Projekte

Regionalbahnen als nachhaltiger Bestandteil moderner Mobilität und regionaler Entwicklung

Regionalbahnen können einen zentralen Beitrag zur Mobilitätswende, zum Klimaschutz und zur nachhaltigen Regionalentwicklung leisten – insbesondere in strukturschwachen oder touristisch geprägten Regionen Bayerns. Im Fokus dieses Projekts steht die Ilztalbahn im Raum Passau–Freyung. Ziel ist es, das Potenzial dieser Strecke für eine dauerhafte und wirtschaftlich tragfähige Nutzung im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sowie für eine mögliche Doppelnutzung im Güterverkehr systematisch zu analysieren und praxisorientierte Handlungsempfehlungen zu entwickeln.

Ausgangslage und Zielsetzung:

Die Ilztalbahn wird derzeit primär im Freizeitverkehr betrieben. Dabei besitzt sie deutlich mehr Potenzial: als emissionsarmer Verkehrsträger für Anwohner, Touristen und Unternehmen – sowie als identitätsstiftendes Infrastrukturprojekt mit hoher regionaler Strahlkraft.

Das Projekt hatte zum Ziel, die Interessen aller relevanten Akteure (Kommunen, Bevölkerung, Wirtschaft, Tourismus, ÖPNV-Träger) zusammenzuführen, vorhandene Daten und Fakten aufzubereiten und darauf aufbauend realistische Nutzungsszenarien zu entwickeln. Besonderes Augenmerk lag auf:

  • der langfristigen Sicherung und wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Betriebs,
  • der Integration in bestehende Mobilitäts- und ÖPNV-Angebote,
  • der Prüfung einer Doppelnutzung für den Güterverkehr,
  • der Identifikation und Bewertung notwendiger Ausbaumaßnahmen (z.?B. Bahnhöfe, Gleisübergänge),
  • dem konstruktiven Umgang mit vorhandenen Bedenken in der Region.

Ein neutraler, externer Blick war dabei essenziell, um Konfliktlinien zu entschärfen und neue Impulse für die Debatte, um den Erhalt und die Weiterentwicklung der Strecke zu setzen.

Ergebnisse und Perspektiven:

Im Rahmen des Projekts wurden erste Betriebskonzepte, infrastrukturelle Erfordernisse und Visionen einer zukunftsfähigen Ilztalbahn untersucht.

Dazu gehören:

  • eine verkehrsträgerübergreifende Konzeption für eine kombinierte Nutzung durch Personen- und Güterverkehr,
  • konkrete Vorschläge zur Reaktivierung und zum Ausbau der Infrastruktur,
  • Empfehlungen zur besseren Einbindung in bestehende regionale Mobilitätsstrategien,
  • Überlegungen zur Übertragbarkeit des Modells auf weitere bayerische Regionen.

Schlüssel-Fragestellungen im Projektverlauf:

  • Welches Potenzial bieten Regionalbahnen für eine umweltfreundliche Mobilitätswende in Bayern?
  • Wie kann der dauerhafte Erhalt der Ilztalbahn als Bestandteil des ÖPNV gesichert werden?
  • Welche baulichen und betrieblichen Maßnahmen sind erforderlich und realisierbar?
  • In welcher Form kann die Ilztalbahn für unterschiedliche Nutzergruppen – Anwohner, Touristen, Unternehmen – attraktiv und nützlich gemacht werden?
  • Wie kann durch intelligente Verknüpfung mit anderen Verkehrsträgern ein Mehrwert für Kommunen und Wirtschaft erzeugt werden?

Fazit:

Die Ilztalbahn zeigt exemplarisch, wie Regionalbahnen in Bayern als umweltfreundliche, ressourcenschonende und wirtschaftlich tragfähige Verkehrslösungen neue Relevanz gewinnen können. Das Projekt liefert konkrete Ansätze für eine nachhaltige Reaktivierung und Weiterentwicklung – als Beitrag zur Mobilitätswende, zur regionalen Wertschöpfung und zum klimafreundlichen Strukturwandel in ländlichen Räumen.

Projektlaufzeit:

November 2023 – Januar 2024

Gefördert durch:

Verein für Bauforschung und Berufsbildung des Bayerischen Bauindustrieverbandes e.V.

Abschlussbericht:

Abschlussbericht zum Download

Projektleitung/Ansprechpartner:

LKZ Prien GmbH
Joseph-von-Fraunhofer-Str. 9
83209 Prien am Chiemsee
Tel.: +49 171 31 44 934
E-Mail: stephanie.grueneis(at)lkzprien.de

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