Letzte Chance für den Alpentransit
EU-Projekt AlpFrail: Priener Logistik-Kompetenz-Zentrum drückt aufs Tempo |
Das Priener Logistik-Kompetenz-Zentrum (LKZ) will die Neuorganisation des Güterfernverkehrs in den Alpenländern schnell vorantreiben. Geschäftsführer Karl Fischer und die Fachleute der Partnerunternehmen im LKZ haben die Grundlagen dafür jetzt im EU-Projekt „AlpFrail“ gelegt. „Alle Verträge mit den 17 Partnern aus den Alpenländern und der EU sind unter Dach und Fach, erste Teilabschnitte wurden bereits verwirklicht, und die Termine stehen bis März 2007“, teilte Fischer mit. Schnelles Handeln ist seiner Ansicht nach dringend geboten. „Im Transitverkehr ist es fünf vor 12. Für die Anwohner entlang der Transitrouten und die Transportunternehmer ist die Lage unerträglich geworden. Durch die Einstellung der Rollenden Landstraße (RoLa) von Manching zum Brenner infolge des Wegfalls des Ökopunkte-Systems in der Woche vor Weihnachten werden 164.000 LKW von der Schiene auf die Straße zurück verlagert.“
Die Europäische Union hatte die fachliche Leitung des Projekts AlpFrail dem LKZ übergeben. Erstmals arbeiten Verkehrsexperten, Vertreter von Bahnen und Seehäfen, Logistiker und Politiker aus Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich, Slowenien und der Schweiz grenzüberschreitend zusammen, um ein Schienennetzwerk für den Güterfernverkehr im Alpenraum zu errichten.
Die Arbeiten laufen bereits seit Dezember auf Hochtouren
In verschiedenen Sitzungen entlang des Alpenbogens haben die Partner bereits ein West-Netz und ein Ost-Netz gegründet. Die ersten konkreten Pilotverbindungen sind bereits festgelegt. Verschiedene Unternehmen werden auf der Tauernachse bereits ab Anfang 2005 Rollende Landstraßen zwischen Salzburg und Triest und einen unbegleiteten kombinierten Verkehr (UKV) zwischen München und Cervignano (nahe Triest) anbieten. Die Termine für die weiteren Arbeitsgruppen zur Umsetzung von Pilotrelationen sind bereits fixiert.
Erste Ergebnisse bei AlpFrail auf der Transportmesse
50 – 60 Mitarbeiter im LKZ und bei allen Partnern arbeiten bis 2007 am EU-Projekt AlpFrail mit. Auf der Tauernachse von Bayern über Salzburg nach Triest haben sie bereits in umfangreichen Interviews mit Großverladern, Reedereien und Spediteuren eine Bedarfsanalyse erstellt. Bis Ende 2005 sollen Shuttle-Züge zwischen Triest – Villach-Salzburg und München eine gute Anbindung an die Mittelmeerhäfen ermöglichen. Durch die Anbindung von Bayern und Baden-Württemberg an die Mittelmeerhäfen können die Container aus diesem Raum bis zu fünf Tage früher in die wichtigen Märkte des Mittleren und Fernen Ostens transportiert werden. Im westlichen Gebiet des EU-Projekts sollen die Achsen Stuttgart-Mailand, München-Verona und Salzburg-Villach-Triest auch in Ost-West-Richtung miteinander verbunden werden. Geplant sind dazu unter anderem die Einbindung des neuen Umschlagbahnhofes in Ulm und des Hafens Nürnberg und Zugverbindungen über den bestehenden Umschlagbahnhof in Wohlfurt in Vorarlberg. Die entscheidenden Vorgaben für die einzelnen Länder will Fischer bis zum Frühjahr nächsten Jahres bis ins Detail fertig haben. Auf der Messe Transport-Logistik in München vom 31. Mai bis zum 3. Juni sollen die Verkehrsminister der Länder diese Vorgaben dann politisch absegnen. Das EU-Projekt AlpFrail ist mit vier Millionen Euro ausgestattet. Partner sind Landesregierungen, Provinzen und Regionen in Österreich und Italien, das österreichische Bundesverkehrsministerium, das Italienische Ministerium für Umwelt und Raumentwicklung, das DB Netz in Deutschland, der Hafen von Venedig, die Handelskammer Veneto, der Deutsche Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung als Vertreter des Deutschen Bundesverkehrsministers sowie die Universität Ljubljana in Slowenien. Als so genannte Observer wirken mit:
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Das Bundesamt für Verkehr in der Schweiz
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Das Ministerium für Infrastruktur und Transport, Italien
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Das Bayerische Wirtschafts- und Verkehrsministerium
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Der Interporto von Rivalta Scriva in Italien
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Die Federazione Autotrasporti, Italien
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Die Verwaltung der Region Elsass in Frankreich
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Der Hafen Nürnberg.
Sehr erfreulich ist, dass sich erstmals Partner des gesamten Alpenbogens unter fachlicher Leitung an einen Tisch setzen, um ein „Produkt Schiene“ zu schaffen, was von den Kunden schon seit vielen Jahren gefordert wird.
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