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Pressemitteilung Freitag, 7. Mai 2010  
So kann die Umwelt aufatmen:
Schiene und Wasser als Alternativen zur Straße
Logistik-Kompetenz-Zentrum (LKZ) Prien am Chiemsee gibt Startschuss zu bedeutendem EU-Projekt

Prien am Chiemsee – Wie bekommt man mehr LKWs von den Strassen auf alternative Verkehrsträger wie Schiene und Wasser? Und wie macht man diese Angebote für die Wirtschaft attraktiver? Diese beiden Kernfragen standen im Mittelpunkt der Kick-Off-Veranstaltung zu dem EU-Projekt TRANSITECTS (Transalpine Transport Architects). Die Projektkoordination liegt beim Logistik-Kompetenz-Zentrum (LKZ) in Prien am Chiemsee. Bereits seit über zehn Jahren beschäftigen sich die Logistik-Experten vom LKZ mit innovativen Logistik-Lösungen für Industrie und Wirtschaft und bringen Verantwortliche aus den verschiedensten Bereichen zusammen. So konnte Geschäftsführer Karl Fischer die Vertreter der 16 TRANSITECTS-Partner sowie über 100 Gäste aus vier Staaten zu der Auftaktveranstaltung des europaweiten Projekts in Prien begrüßen.

In den Gesprächsbeiträgen wurde deutlich, dass sich das Projekt TRANSITECIS auf verkehrstechnische Lösungen im transalpinen Güterverkehr konzentriert, dieser jedoch nicht an den Ausläufern der Berghängen endet, sondern ein Teil der Verkehrsachsen von Norden nach Süden und Osten nach Westen darstellt. „Die Neugestaltung der Verkehrspolitik hat eine gesamteuropäische Dimensionen“, betonte Christian Huttenloher vom Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V., dem Leadpartner des Projekts TRANSITECTS.

Dr. Sabine Groner-Weber, die Vertreterin des deutschen Bundesverkehrsministers Dr. Peter Ramsauer, diagnostizierte durch die wirtschaftliche Krise eine kleine Verschnaufpause für das hochsensible Ökosystem Alpen. Sobald die Konjunktur jedoch weiter anziehen werde – und alle Anzeichen sprächen dafür, werde der Transitverkehr über die Alpen zunehmen und sogar noch steigen. „Dann brauchen wir tragfähige Alternativen, die den Lebensraum Alpen schonen, aber gleichzeitig den Export fördern“.

Dies liegt natürlich auch den Vertretern den Vertretern Österreichs am Herzen. Ihr Land hat mit Einführung des sektoralen Fahrverbotes, eine zum Schutz der Umwelt und Einwohner verständliche, für die Wirtschaft jedoch behindernde Maßnahme ergriffen.

Dr. Kurt Bechtold vom bayerischen Wirtschaftsministerium wies auf die Bedeutung funktionierender Verkehrsverbindungen für Bayern zu seinen wichtigsten Handelspartnern hin.

Aus Italien waren die vier Minister der Regionen Brescia, Mantua, Cremona und Friaul angereist. In ihren Regionen liegen wichtige Binnen- und Seehäfen sowie bedeutende Verkehrsknotenpunkte. In Italien wurde in den vergangenen Jahren die Verkehrswege auf der Schiene und dem Wasser erweitert, um die notwendigen Infrastrukturen für eine Öffnung der Handelswege nach Europa und Richtung Osten zu schaffen.

Hintergrund ist auch die zunehmende Attraktivität der europäischen Südhäfen gegenüber den Nordhäfen. Die Mittelsmeerhäfen bringen eine deutliche Zeitersparnis und damit auch Kostenreduzierung für Schiffe aus China und Indien. Allerdings muss der Weitertransport der Güter von den Südhäfen über die Alpen mit der Schiene zum großen Teil noch organisiert werden.

In diesem Zusammenhang kommt den bereits bestehenden Modellen „Rollende Landstraße“ („RoLa“) und dem Unbegleiteten Kombinierten Verkehr (UKV) eine enorme Bedeutung zu. Der Verladung von kompletten LKWs (RoLa) und dem Transport von Containern ohne Begleitung durch Fahrer (UKV) erfordert jedoch einen Ausbau des Schienennetzes sowie eine Anpassung des Fahrplans. Eine Herausforderung stellen auch die dazu erforderlichen Waggons dar. Dirnbauer, Geschäftsführer der Ökombi GmbH und RoLa-Experten, bemängelte die veraltete Technik der zur Verfügung stehenden Waggons und mahnte dringend notwendige technische Innovationen an.

Für den Kombinierten Verkehr auf Straße, Schiene und Wasser sind neue Knotenpunkte als Umschlagplätze für die Güter erforderlich. LKZ-Geschäftsführer Fischer bezeichnete sie als „rote Punkte“ auf der Landkarte. Ebenso wie die Öffnung weiterer transalpiner Bahnverbindungen. Einhellig wurde die kürzlich eingerichtete Bahnverbindung Ulm-Melzo (Mailand) über den Gotthard-Tunnel begrüßt. Große Hoffnungen setzen Wirtschaft und Politik auch auf die Öffnung des Brenner-Basis-Tunnels.
 

In dem Projekt TRANSITECTS arbeiten deutsche, österreichische, italienische und slowenische Partner gemeinsam an der Entwicklung und Umsetzung belastbarer Alternativen zur Straße. Das Projekt umfasst ein Budget von 3,2 Millionen Euro, von denen 76 % die EU übernimmt und die restlichen 24 Prozent von den Partnern getragen werden. Unter der Projektkoordination des Logistik-Kompetenz-Zentrums (LKZ) wird TRANSITECTS bis Juni 2012 tragfähige Lösungen für den Güterverkehr erarbeiten, die technische, wirtschaftliche und kreative Aspekte berücksichtigen. „Dann kann die Umwelt aufatmen“, ist LKZ-Geschäftsführer Karl Fischer überzeugt.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Logistik-Kompetenz-Zentrum (LKZ), Prien am Chiemsee,
Geschäftsführer Karl Fischer, Tel 08051/901-0, Email k.fischer@lkzprien.de

LKZ Prien GmbH:

Das Logistik-Kompetenz-Zentrum (LKZ) ist ein Innovationszentrum für Logistik und Verkehr mit interdisziplinärer Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft und internationaler Ausrichtung.

Das LKZ entwickelt, steuert und koordiniert innovatives Logistik-Know-how. Wir bringen alle Beteiligten der logistischen Kette an einen Tisch und konzipieren und optimieren Prozesse. So sichern wir Standorte und Arbeitsplätze.

Wir akquirieren und konzipieren Projekte für unsere Partner – vom Erstkontakt bis zur Umsetzung.

Unsere Gesellschafter:

Landkreis Rosenheim
Marktgemeinde Prien
IHK für München und Oberbayern

Geschäftsführer:
Karl Fischer



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